Der Direktvertrieb (DTC) von Wein erfreut sich wachsender Beliebtheit, da sich immer mehr Weingüter von traditionellen B2B-Modellen abwenden.
Doch eine erfolgreiche DTC-Marke aufzubauen ist keine leichte Aufgabe – dafür braucht es mehr als eine gute Flasche Wein. Sie müssen eine Identität schaffen, die Ihre Zielgruppe anspricht und sich im Markt abhebt.
In diesem Marzipan-Leitfaden führen wir Sie durch die Elemente einer umfassenden DTC-Weinmarkenstrategie. Von der Mission bis zum Logo-Design – wir decken die Grundlagen ab, um eine auffällige und einprägsame Marke zu entwickeln.
Bereit? Dann legen wir los.
Was ist DTC-Wein?
Wir haben DTC-Wein bereits ausführlich in unserem Blog behandelt, aber es lohnt sich, den Begriff kurz neu zu definieren.
DTC steht für „Direct-to-Consumer" – es handelt sich um eine Form des E-Commerce, die es Weinproduzenten ermöglicht, direkt an Kunden zu verkaufen und dabei traditionelle Mittelsmänner wie Einzelhändler, Großhändler, Restaurants und Distributoren zu umgehen. DTC-Weinverkäufe nehmen zu, da Weintrinker erkennen, dass der direkte Kauf beim Produzenten häufig bessere Preise und persönlichere Kundenerlebnisse bedeutet.
Beim DTC-Wein geht es jedoch nicht nur ums Geld – es geht darum, durch eine effektive Markenstrategie Beziehungen zu Kunden aufzubauen.
Was ist eine DTC-Weinmarkenstrategie?
Eine Markenstrategie ist ein Plan zum systematischen Aufbau von Beziehungen zu Kunden und anderen Interessengruppen. Oder, vereinfacht ausgedrückt: ein Plan, der sicherstellt, dass Ihre Kunden wissen, wer Sie sind, wofür Sie stehen und warum ihnen das wichtig sein sollte.
Eine gute DTC-Weinmarkenstrategie besteht aus drei miteinander verbundenen Elementen:
- Markenherz: Zweck, Vision, Mission und Werte.
- Verbale Identität: Markenkern, Slogans, Kommunikationssäulen und Tonalität.
- Visuelle Identität: Logos, Farbpaletten und Typografie.
Um eine wirksame DTC-Weinmarke zu lancieren, müssen Sie in jedes dieser Elemente Zeit investieren. Mit einer soliden Strategie sind Ihre Erfolgschancen deutlich höher.
Bereit loszulegen?
Ihr Team für die DTC-Weinmarkenstrategie zusammenstellen
Die Entwicklung und Umsetzung einer Markenstrategie ist eine Teamleistung. Ob Ihr Markenteam vollständig intern arbeitet oder Sie Teile des Prozesses auslagern – Sie müssen einige Schlüsselrollen besetzen, bevor Sie beginnen:
- Projektleitung: Verantwortlich für die Ausrichtung des Projekts an den Unternehmenszielen, die Fortschrittsverfolgung und die Einhaltung des Zeitplans.
- Kreativleitung: Verantwortlich für die Überwachung der kreativen Ausrichtung, des Designprozesses und des Texterstellens.
- Marketingleitung: Verantwortlich für die Entwicklung von Botschaften und Inhalten sowie für die Stärkung der Markenbekanntheit.
- Kulturleitung: Verantwortlich für die Sicherstellung von Konsistenz und die Stärkung Ihrer Werte.
- Kommunikationsleitung: Verantwortlich für die Koordination externer Botschaften und der Öffentlichkeitsarbeit.
Die zu besetzenden Rollen richten sich nach der Größe und den Bedürfnissen Ihres Teams, aber eine Kerngruppe von Personen, die gemeinsam am Projekt arbeiten, ist unverzichtbar.
So entwickeln Sie eine DTC-Weinmarkenstrategie
1. Ideale Kundenprofile
Menschen kaufen Wein aus den unterschiedlichsten Gründen. Manche Weinkäufer suchen ein Luxuserlebnis, andere wollen unkomplizierten Genuss.
Ihr Ziel ist es, herauszufinden, welches Segment der Weintrinker zu Ihrer Marke passt – welche Kunden am ehesten schätzen und auf das reagieren werden, was Sie zu bieten haben.
Erstellen Sie dazu Profile für fiktive Personen, die Ihren Wein lieben. Nutzen Sie Daten aus vergangenen Verkäufen, Marktforschung, Branchenberichten, Fokusgruppen und Online-Bewertungen – im Grunde alles, was Ihnen helfen kann zu verstehen, wer Ihre Kunden sind und was sie wollen.
Stellen Sie sicher, dass Ihre ICPs folgende Angaben enthalten:
- Demografische Merkmale (z. B. Alter, Geschlecht, Standort)
- Psychografische Merkmale (z. B. Lebensstil, Werte)
- Kaufverhalten (z. B. online oder im Geschäft, Häufigkeit)
- Kommunikationspräferenzen (z. B. E-Mail, Social Media)
Die von Ihnen erstellten ICPs werden alle weiteren Branding-Entscheidungen leiten.
Mit Marzipan können Sie Ihre bestehenden Kunden ganz einfach segmentieren, um schnell die Merkmale und Eigenschaften zu identifizieren, die sie verbinden. Klicken Sie einfach auf den Tab Kunden und durchsuchen Sie alle Ihre Datenpunkte an einem zentralen Ort.
2. Das Markenherz definieren
Hinter all der Ästhetik – den Schriften, Illustrationen, Produktfotos und Beschreibungen – steckt Ihr Markenherz. Es muss das Fundament Ihrer Marke bilden, denn ohne es haben Ihre Kunden nichts, woran sie sich festhalten können.
Wie bereits erwähnt, umfasst Ihr Markenherz vier Elemente:
- Zweck: Was ist der Zweck Ihrer Marke?
- Vision: Was ist das langfristige Ziel Ihrer Marke?
- Mission: Wie werden Sie Ihre Vision verwirklichen?
- Werte: Was leitet den Entscheidungsprozess Ihrer Marke?
Nehmen Sie sich Zeit, diese Fragen zu beantworten, und halten Sie die Antworten in einem internen Dokument fest, das Sie als Referenz nutzen können, wenn Sie Ihre Botschaften und Visuals entwickeln.
3. Die verbale Identität ausarbeiten
Sobald Sie Ihr Markenherz definiert haben, ist es Zeit, eine verbale Identität zu entwickeln. Dieser Schritt muss vor der Erstellung der Visuals erfolgen, da Ihre verbale Identität das Erscheinungsbild Ihrer Marke prägt.
Dieser Prozess umfasst selbst zwei Teilschritte:
3.1 Markenkern
Ihr Markenkern setzt sich aus drei wesentlichen Elementen zusammen:
- Persönlichkeit: Welche menschlichen Eigenschaften sollen mit Ihrer Marke verbunden werden (z. B. verspielt und unbeschwert)?
- Tonalität: Wie soll Ihre Marke mit Menschen kommunizieren (z. B. mit sarkastischem Humor)? Diese wird stark von Ihrer Markenpersönlichkeit beeinflusst.
- Stimmung: Welche(s) Gefühl(e) soll Ihre Kommunikation hervorrufen (z. B. optimistisch, einladend, mutig)? Streben Sie hier 3–4 Adjektive an – Ihre Tonalität bleibt in der gesamten Kommunikation konstant, während sich die Stimmung je nach Kontext verändert.
3.2 Botschaftsstrategie
Nutzen Sie nun Ihr Markenherz und Ihren Markenkern, um eine Botschaftsstrategie zu entwickeln. Diese sollte mit einem Leistungsversprechen beginnen – einer kurzen, prägnanten Aussage darüber, was Sie anbieten und warum Ihre Kunden das interessieren sollte.
Die kalifornische DTC-Weinmarke Bev hat ein überzeugendes Leistungsversprechen, das ihre Leidenschaft für großartige, natürliche Weine und die Stärkung von Frauen unterstreicht.
Entwickeln Sie davon ausgehend:
- Einen Slogan: einen kurzen, einprägsamen Satz, der Ihr Leistungsversprechen auf den Punkt bringt. Bei Bev lautet er „Made By Chicks".
- Kommunikationssäulen: eine Handvoll Themen und Geschichten, die zeigen, was Ihre Marke einzigartig und fesselnd macht. Bevs Kommunikationssäulen drehen sich um Themen wie die Förderung einer inklusiveren Trinkkultur und die Stärkung von Frauen in der Weinwelt.
Bevor Sie zu den Visuals übergehen, sollten Sie Ihr Leistungsversprechen, Ihren Slogan und Ihre Kommunikationssäulen zur späteren Referenz dokumentieren. Das hilft, Ihre Markenbotschaft über verschiedene Kanäle hinweg konsistent zu halten.
4. Visuals entwickeln, die wirken
Jetzt ist es endlich Zeit für das Auffällige – die Visuals.
Wenn Sie die vorherigen Schritte sorgfältig durchgearbeitet haben, wird die Entwicklung Ihrer Visuals deutlich leichter fallen. Sie müssen lediglich einen Weg finden, Ihr Markenherz und Ihre Botschaften in visuelle Elemente zu übersetzen, wie zum Beispiel:
- Logo: Ihr Logo sollte einfach und zeitlos sein, aber gleichzeitig das Gefühl Ihrer Marke vermitteln. Das von Bev ist schlicht ein stilisierter Schriftzug.
- Farbpalette: Verwenden Sie einige wenige Farben, um ein einheitliches Erscheinungsbild über alle visuellen Elemente hinweg zu schaffen. Beschränken Sie sich auf 2–3 Hauptfarben und 1–2 Akzentfarben. Coolors ist eine hervorragende Ressource zum Experimentieren mit verschiedenen Farbpaletten.
- Schriften: Wählen Sie für den Anfang zwei Schriftarten für Ihre Marke – eine für Überschriften und eine für den Fließtext. Wenn Sie nach harmonierenden Kombinationen suchen, probieren Sie Fontjoy aus.
- Fotos und Illustrationen: Wählen Sie Fotos und Illustrationen, die den Kern Ihrer Marke einfangen. Halten Sie sich an wenige Stile, die Sie konsistent über verschiedene Plattformen hinweg einsetzen können.
Das ist ein weitgehend gesunder Menschenverstand-Prozess. Wenn Ihre Markenpersönlichkeit seriös und anspruchsvoll ist, sollten Sie grelle Farbkombinationen und humorvolle Illustrationen vermeiden. Ist Ihre Marke hingegen eigenwillig und verspielt, dürfen Sie gerne mit mutigeren Visuals experimentieren.
5. Alles zusammenführen
An diesem Punkt sollten Sie alle Puzzleteile bereit haben. Es ist Zeit, sie alle in einem umfassenden Markenhandbuch zusammenzuführen.
Ihr Markenhandbuch ist ein Dokument, das genau erklärt, wie Ihre Markenelemente einzusetzen sind (d. h. Botschaften, Logo, Farben, Schriften, Fotos & Illustrationen usw.). Es sollte umfassend sein und klare Nutzungsrichtlinien vorgeben.
Sobald Sie Ihr Markenhandbuch fertiggestellt haben, können Sie aufatmen. Ihre Arbeit ist getan, und es ist an der Zeit, darauf aufzubauen.
Marzipan macht diesen Teil einfacher als je zuvor. Sie können mehr Umsatz generieren, bessere Beziehungen zu Ihren Kunden aufbauen und die Kontrolle über Ihr DTC-Weingeschäft übernehmen – mit einer Suite von Tools, die Folgendes umfasst:
- Bestands- & Auftragsverwaltung
- CRM
- Messaging
- Segmentierung
- Aktionen & Rabatte
Darüber hinaus lässt sich Marzipan in jede Website integrieren, sodass Sie schnell und unkompliziert loslegen können.
Foto von Patrik Michalicka auf Unsplash